Liebe und Armut (1888 - 1899)

Eine zweite Ehe

In Brüssel kam Jakob mit Jean Raymond Dedeyn in Kontakt, einem Anwalt aus Sint-Joost-ten-Noode. Er wurde auftragsbezogen nach Verviers geschickt. Dort lernte er Malvina, die Tochter des Anwalts, kennen. Smits verliebte sich in Malvina, und die Liebe war gegenseitig. Im Jahr 1888 machte Jakob Malvina einen Heiratsantrag, sehr zum Missfallen ihres Vaters. Dieser enterbte seine Tochter, als sie zustimmte, Jakob zu heiraten.

Für Malvina war der Übergang von einem Leben in der Oberschicht in Brüssel zu einem Leben in Armut im Achterbos ein Schock. Sie sprach die Sprache nicht und hatte kaum Kontakt zur einheimischen Bevölkerung.

Es folgte eine Zeit der Armut, harter Arbeit und des Familienglücks. Jakob und Malvina hatten fünf Kinder: Boby, Marguerite, Madeleine, Kobe und Alice.


Vom Impressionismus zum Symbolismus

Jakob wandte sich vom Impressionismus ab. Seine Arbeit wurde symbolisch. Er selbst beschrieb diese Periode als „einfach, symbolisch, poetisch und real“. Für seine Aquarelle auf Goldgrund erhielt er 1897 auf Ausstellungen in München und Dresden eine Goldmedaille.

Thematisch arbeitete er häufig mit Kempener Innenräumen oder Landschaften, in denen religiöse Figuren platziert wurden. Er schuf auch ausdrucksstarke Porträts von den Menschen in seiner Umgebung. Während dieser Zeit erhielt Jakob im In- und Ausland viel Anerkennung für seine Arbeit.


Der Malvinahof

Jakob und Malvina mieteten ein kleines Bauernhaus in Mol-Achterbos, das sie später für 2.000 Francs (50 Euro!) kaufen konnten. Im Garten ließ Jakob einen Pavillon für Malvina errichten, deren Gesundheit angeschlagen war und die sich hier in der Natur entspannen konnte.

Mehrere Besucher fanden den Weg zu Jakobs Haus. Minister, Senatoren, Musiker und Künstler wurden alle im Malvinahof empfangen. Nach und nach bildete sich in Mol eine regelrechte Künstlerkolonie.


Harte Winter

Trotz positiver Kommentare kämpfte Jakob weiterhin mit finanziellen Problemen. Die Familie Smits erlebte enorme Not. Die Winter im frostigen Bauernhaus waren kalt und hart. Sein Atelier war nichts weiter als eine alte Scheune mit Strohdach. Jakob begann mit Tüchern und Segeln zu experimentieren, um den Lichteinfall zu manipulieren. Seine fast manische Fixierung auf Licht ist eine der Eigenschaften, die er mit seinem großen Vorbild Rembrandt teilt.

Das Schicksal verfolgte die Familie Smits weiterhin. 1895 starb seine Tochter Madeleine. Sie war nur 14 Tage alt. Im strengen Winter 1898 wurde die kleine Alice schwer krank. Auch Malvina war völlig geschwächt. Alice starb am Neujahrstag 1899. Sie war nur ein Jahr alt geworden. Malvina starb sechs Tage später.